Die zur Landtagswahl und zu den Bezirkstagswahlen in Bayern 2018 antretenden Parteien beschließen und veröffentlichen zurzeit ihre Wahlprogramme. Diskussionen darüber werden im Vorfeld der Wahlen bei Veranstaltungen, an Informationsständen der Parteien oder in Talk- Runden geführt. Dabei geht es auch um das künftige gesellschaftliche Miteinander.

Wir als Lebenshilfe in Bayern setzen uns auf allen politischen Ebenen für die Anliegen und Interessen von Menschen mit Behinderungen und deren Familien ein. Als Elternverband und Selbsthilfevereinigung, als Fachverband und Einrichtungsträgerin kämpft die Lebenshilfe seit ihrer Gründung dafür, dass Menschen mit  Behinderungen und deren Familien die Hilfe erhalten, die sie für ein gleichberechtigtes Leben in der Gemeinschaft benötigen. Die Teilhabe und Selbstbestimmung aller ist unser Ziel.

Das bisher Erreichte gilt es zu erhalten und auszubauen. Dabei geht es nicht nur um die Lebensqualität, das Angebot an Einrichtungen und Diensten und den Nachteilsausgleich, sondern auch um die Sicht der Gesellschaft auf Menschen mit Behinderungen. Es geht darum, dass Teilhabe und Selbstbestimmung verwirklicht werden können. Und nicht zuletzt geht es darum, dass die Würde aller gewahrt wird als Bürgerinnen und Bürger unseres demokratischen und sozialen Rechtsstaates.

Der Lebenshilfe-Landesverband Bayern wendet sich daher mit einem Appell an seine Mitgliedsorganisationen, die Mitglieder in den örtlichen Vereinigungen, an die Freunde, Förderer und Unterstützer der Lebenshilfe, die Wahlprogramme der Parteien oder die Aussagen der einzelnen Kandidatinnen und Kandidaten zu prüfen im Hinblick auf

  • die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention und die Ausrichtung des Bundesteilhabegesetzes mit den darin formulierten Rechten auf Selbstbestimmung, Teilhabe und Nicht-Diskriminierung,
  • die Vereinbarkeit mit den Normen des Grundgesetzes, insbesondere der Wahrung der Würde des Menschen und dem Gleichheitsrecht,
  • das Ziel der Lebenshilfe, dass Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt und selbstbestimmt in unserer Gesellschaft leben und teilhaben können und dabei so viel Schutz und Hilfe wie nötig erhalten.

Die Lebenshilfe Bayern wendet sich ausdrücklich dagegen, dass Menschen mit oder ohne Behinderungen ausgegrenzt, stigmatisiert oder diskriminiert werden. Die Lebenshilfe steht vielmehr dafür, dass entsprechend unserer Rechtsordnung die Würde jedes Menschen geschützt und die Vielfalt der Talente und Eigenschaften anerkannt werden. Die Lebenshilfe tritt für  eine demokratische und soziale Gesellschaft ein,  in  der Toleranz und Respekt, Zusammenhalt und Solidarität selbstverständlich gelebt werden.

Im Vorfeld der Wahlen will der Lebenshilfe-Landesverband seine Mitgliedsorganisationen, alle ehren- und hauptamtlich engagierten und verantwortlichen Akteure, Freunde und Förderer darin bestärken, sich auch auf lokaler und regionaler Ebene weiterhin aktiv in die politische Debatte einzumischen und unsere Werte und Grundsätze und nicht zuletzt die Würde des Menschen in allen Lebenslagen wo immer nötig zu verteidigen.